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Wie schon in einem anderen Beitrag beschrieben, ist für das Jahr 2024 unter anderem ein Törn durch die Waddenzee geplant. Aufgrund dieses Vorhabens sind nun einige Dinge auf meiner schon bestehenden Todo-Liste nach oben gerutscht:

  • Badeleiter
  • Signalmittel
  • Zweitanker
  • Positionslichter
  • stehendes Gut
  • Dirk
  • Elektrik
  • Motorhalterung
  • Navigation

Bisher haben wir keine Badeleiter am Boot montiert. Wir hatten mal das Model, welches an Steuerbord an einen Haken gehängt wird, aber das haben wir irgendwo „verloren“. Da sie ohnehin nicht sehr praktisch war (sie war vor allem sperrig), stand eine fest montierte Leiter schon auf meiner Liste.
Ich denke auch, dass die Leiter als Sicherheitsfeature beim anstehenden Törn nochmals viel wichtiger geworden ist. Daher steht sie ganz oben auf der Liste.

Apropos Sicherheit: Im Falle eines Notfalles sind pyrotechnische Signalmittel auch in Küstennähe hilfreich. Als Mindestausstattung, alles verwahrt in einer zweckmäßigen Box, führt das Bundesverkehrsministerium in der Broschüre „Sicherheit auf dem Wasser“ auf:

  • 2 Rauchfackeln, orange, Rauchdauer eine Minute oder statt der Rauchfackeln:
  • 2 Rauchsignale, orange, schwimmfähig, Rauchdauer 4 Minuten.
  • 2 Handfackeln, rot, Leuchtdauer 60 Sekunden.
  • 8 Fallschirmsignalraketen, rot, Steighöhe 300 m, Leuchtdauer 30 Sekunden.

Unser regulärer Anker (6 kg DC Anker mit 30m Ankerleine inkl. 10m Bleieinlage) liegt im Ankerkasten. Je nach Umständen ist dieser nicht schnell genug zu erreichen (z.b. bei plötzlichem Motorausfall in einem Kanal oder bei Auflaufen mit starkem Wind), so dass ich gerne in einer Backskiste einen Zweitanker griffbereit liegen habe. Wir haben noch vom Vorbesitzer einen 2,5 kg Plattenanker. Diesen werde ich mit einem Kettenvorläufer und Leine versehen. Wir können ihn dann im Notfall schnell auswerfen oder bei kurzen Zwischenstopps (z.B. im Watt) verwenden.

Aufgrund der Gezeiten müssen wir manchmal schon früh abfahren oder kommen erst recht spät im Hafen an. Da kann es vorkommen, dass wir im Dunkeln unterwegs sind. Eventuell kommen wir auch einmal in unsichtiges Wetter. Daher habe ich bereits entsprechende Positionslichter angeschafft.
Für Bug (zweifarbig) und Heck habe ich LED Lichter gekauft. Als Ankerlicht war bereits eine Lampe mit BAY15d Sockel installiert. Hier habe ich die Glühbirne gegen ein LED-Leuchtmittel ersetzt. Gleiches gilt auch für das Toplicht, das ich gebraucht gekauft habe.
Ich bin sehr erstaunt, wie teuer BSH-zugelassene LED Lichter sind. Zunächst hatte ich überlegt, gebrauchte Lichter zu kaufen und diese dann auf LED umzurüsten. Zumindest für die Bug- und Hecklaterne habe ich aber davon abgesehen. Solange nichts passiert, ist ja alles gut. Aber im Schadensfall sieht es dann vielleicht doch anders aus.

Wir wissen nicht, wie alt das stehende Gut ist. Daher würde ich mich mit neuen Wanten und Stagen wohler fühlen. Über ein Mitglied der Varianta Klassenvereinigung habe ich den Tipp bekommen, dass die Preise bei einem Spezialanbieter für Edelstahl-Seile deutlich günstiger sind, als bei den üblichen Versendern für Bootszubehör. Zusätzlich überlege ich, ob ich die Unterwanten und das Backstag durch Dyneema ersetze. Ich empfinde die Drahtseile beim Legen und Lagern des Mastes als sehr lästig.
Darüber hinaus möchte ich die Anschlagpunkte der Wanten mit Konterplatten verstärken.

Im Original wird auf der Varianta keine Dirk gefahren. Stattdessen wird der Baum in eine Schlaufe gehängt, die am Backstag befestigt ist. Dies hat jedoch den Nachteil, dass man beim Reffen zunächst den Baum dort einhängen muss (zumindest, wenn man alleine ist), damit der Baum beim Fieren des Falls nicht ins Cockpit fällt. Eine Dirk hat den Vorteil, dass dies zum einen nicht passieren kann, zum anderen ist es dann möglich, auch auf einem hohen Amwind-Kurs zu reffen (also ohne in den Wind gehen zu müssen).

Bisher befindet sich die Elektrik unserer Charlie noch weitestgehend im Ursprungszustand. Ich habe allerdings die Steckdosen der Decksanschlüsse sowie die Zuleitung von der Batterie erneuert. Außerdem habe ich einen Hauptschalter und eine Sicherung installiert. Die Zuleitungen für die Kompassbeleuchtung und das Echolot sind bisher nur provisorisch verlegt. Auch der Landanschluss erfolgt derzeit „fliegend“.
Auf meinem Plan stehen daher nun:

  • Landanschlussbox fest montieren
  • Außenstecker für Landanschluss montieren
  • provisorische Kabelführung verbessern
  • Schaltpaneel installieren
  • USB und 12V Steckdosen installieren (insbesondere für Funkgerät und Tablet)

Wir haben zwar eine funktionierende Motorhalterung, aber diese hält den Motor nur in einer festen Höhe. In gekippter Stellung taucht immer noch ein kleiner Teil des Propellers ins Wasser. Ich habe bereits eine klappbare Halterung in der Garage liegen, aber da die derzeitige Konstruktion ja grundsätzlich funktioniert, steht dieser Punkt weit hinten auf der Liste.

Gerade bei der Elektronik muss ich mich immer sehr zurücknehmen, um nicht zu viele Spielereien einzubauen. Im Bereich Navigation kann man da ja sehr vieles umsetzen. Aber auf einem so kleinen Boot (mit entsprechend geringer Batteriekapazität) ist das natürlich Quatsch. Zumindest im Hinblick auf längerfristige Pläne beschäftige ich mich derzeit mit OpenCPN und AVNav. Die Idee ist, diese auf einem Raspberry PI laufen zu lassen und sie über WLan von einem Tablet aus zu nutzen. Dazu aber in einem separaten Beitrag mehr, wenn ich so weit bin.
Wer sich für das Thema interessiert, sollte unbedingt auch mal bei open-boat-projects.org vorbeischauen.